Nextcloud 34 (Hub 26 Spring): das steckt im gestrigen Update
Managed Nextcloud läuft seit gestern auf Nextcloud 34, Latest auf 35. Neue Oberfläche, Talk-Sprachräume, Kalender-Vertretung, Gantt in Deck: was du merkst.
Gestern haben wir alle Managed-Nextcloud-Instanzen von Nextcloud 33 auf Nextcloud 34 gehoben, das Release mit dem Beinamen Hub 26 Spring. Wer bei uns bewusst den Latest-Zweig fährt, ist im selben Zug auf Nextcloud 35 gewandert. Getestet, nacheinander ausgerollt, fertig. Du musstest nichts tun, deine Clients laufen unverändert weiter. Hier das, was du davon merkst, und warum das Update genau jetzt kam.
Warum jetzt: Nextcloud 35 ist raus
Seit März 2025 fahren wir bei Managed Nextcloud bewusst eine Version unter der neuesten. Der Grund ist derselbe geblieben: Die erste Fassung eines Major-Releases bringt regelmäßig Fehler mit, die erst in den Wochen danach verschwinden. Am 16. September hat Nextcloud die Version 35 veröffentlicht. Damit ist 34 die Version mit vier Wartungs-Updates im Rücken, und genau die haben wir eingespielt: Nextcloud 34.0.4, erschienen am 10. September. Instanzen auf dem Latest-Zweig bekommen die 35 direkt, so wie es dort vereinbart ist. Was in den ersten Wochen einer neuen Linie an Fehlern auffällt, hat Nextcloud bis dahin in vier Wartungs-Updates behoben. Wie unser Update-Verfahren grundsätzlich abläuft, steht in der Online-Hilfe unter Update-Service.
Nextcloud selbst beziffert den Anteil neuer Funktionen in dieser Version auf 4 Prozent. Die übrigen 96 Prozent der Änderungen sind Fehlerkorrekturen, Leistungs- und Sicherheitsverbesserungen. Für ein Release, das wir für Behörden, Schulen und Unternehmen betreiben, ist das die richtige Gewichtung.
Die Oberfläche: aufgeräumter, nicht umgebaut
Das Erste, was auffällt: Der App-Wechsel sitzt jetzt zentral in einem Waffel-Menü Das Raster-Symbol aus neun Punkten oben in der Leiste, über das alle installierten Apps erreichbar sind. in der Kopfleiste, statt als Icon-Reihe. Die linke Navigation ist farblich zurückgenommen, damit der Inhalt im Vordergrund steht, und die Reiter in der rechten Seitenleiste zeigen mit einer farbigen Markierung an, wo du gerade bist. Die Bedienung selbst ändert sich nicht, nur die Orientierung wird ruhiger. Nach dem ersten Login lohnt ein Blick ins Waffel-Menü, dort findest du jetzt auch Apps, die vorher hinter „Mehr” versteckt waren.
Was im Alltag neu ist
Text arbeitet bis zu fünf Minuten offline weiter. Bricht die Verbindung im Zug oder im WLAN kurz weg, schreibst du im Nextcloud-Editor weiter, die Änderungen werden nachgetragen, sobald die Verbindung steht.
Talk bekommt Sprachräume. Ein dauerhaft offener Audio-Kanal, in den man rein- und rausgeht wie in ein Büro, ohne jemanden anrufen zu müssen. Dazu eine deutlich bessere Geräuschunterdrückung, Anrufe direkt aus dem Avatar-Menü heraus und private Antworten auf Nachrichten in Gruppenräumen, mit Zitat des Kontexts. Wer Talk mit mehr als einer Handvoll Teilnehmern nutzt, braucht weiterhin das High-Performance-Backend; ab dem 500-GB-Tarif ist es inklusive.
Mail und Kalender lernen Vertretung. In Mail liest und beantwortet eine Assistenz Nachrichten im Namen einer anderen Person. Im Kalender lassen sich Termine delegieren und Einladungen weiterleiten, der Organisator entscheidet, ob das erlaubt ist. Kalender und Adressbücher aus externen Systemen lassen sich jetzt vollständig lesend und schreibend einbinden.
Deck wird zum Projektwerkzeug. Karten bekommen Start- und Enddatum sowie Abhängigkeiten untereinander, dazu eine Gantt-Ansicht nach Tag, Woche oder Monat. Karten lassen sich Gruppen zuweisen, und pro Board gibt es eine Spalte, die Karten automatisch als erledigt markiert.
Collectives und Tables sind schneller geworden: Die Suche in Collectives läuft jetzt über die Nextcloud-Datenbank, Seiten sind offline lesbar. In Tables kannst du Spalten anpinnen und umsortieren, Zeilen duplizieren, Tabellen mit Schreibrecht öffentlich teilen und dich über Änderungen benachrichtigen lassen.
Office: zwei Wege, beide bei uns
Nextcloud 34 stellt erstmals zwei Office-Pakete gleichberechtigt nebeneinander. Die Collabora-basierte Suite bekommt eine KI-Seitenleiste, eine anpassbare Statusleiste, Abschnitte mit Zoom in Präsentationen und in Calc eine Warnung, bevor das Löschen einer Zelle eine Formel zerreißt. Daneben steht Euro-Office, die europäische Open-Source-Suite mit gemeinsamem Bearbeiten, eigenem Undo pro Nutzer und Änderungsverfolgung. Beides betreiben wir für dich: Collabora und ONLYOFFICE je nach Anbindung deiner Instanz, Euro-Office als Add-on für 19 € im Monat, ab dem 1-TB-Tarif inklusive. Die Office-Anbindungen haben wir gestern im selben Zug auf den aktuellen Stand gebracht.
Unter der Haube: PHP 8.4 bleibt
Seit dem Sprung auf Nextcloud 33 im Juli laufen alle Instanzen auf PHP 8.4. Nextcloud 34 unterstützt 8.2 bis 8.5 und ist mit 8.4 voll abgedeckt, deshalb haben wir die PHP-Version diesmal nicht angefasst. Ein Update, bei dem nur die Anwendung wechselt und die Laufzeitumgebung stabil bleibt, ist das risikoärmste, das es gibt.
Für größere Organisationen: Governance
Neu in der Enterprise-Ausstattung ist Nextcloud Governance: Vertraulichkeitsstufen, die den Zugriff auf Dateien steuern, ein rechtssicherer Aufbewahrungsstopp für laufende Verfahren und Regeln für den Lebenszyklus von Daten, also automatisches Archivieren und Löschen nach Frist. Für Verwaltungen mit Informationsfreiheitsanfragen und Aufbewahrungspflichten ist das der Teil des Releases, der am meisten Arbeit spart. Wenn du das für deine Instanz brauchst, sprich uns an.
Falls dir etwas auffällt
Nextcloud 34 ändert nichts an den Schnittstellen zu Desktop- und Mobil-Clients, deine Clients arbeiten wie bisher weiter. Wenn nach dem Update etwas klemmt: kurz die Browser-Daten der Nextcloud-Seite leeren, und wenn es dann noch hakt, erreichst du unser Team über ein Ticket im Kundencenter. Die vollständige Liste der Neuerungen steht in der Ankündigung zu Nextcloud Hub 26 Spring.
Du hast noch keine Managed Nextcloud? Tarife und Speicher-Rechner stehen auf der Service-Seite. Wir betreiben, du arbeitest.